Spirituelles

Ich bin nicht nur Komponistin und Kirchenmusikerin, sondern zuerst und vor allem Ordensfrau.

Das Geistliche Leben in Gemeinschaft ist das GefÀss, aus dem heraus ich alles andere wirke.

Dieses Leben gibt auch meinen Kompositionen eine eigene Note, fliesst gleichsam in sie hinein.

 

Wir sind Olivetaner-Benediktinerinnen und leben im Kloster Heiligkreuz in Cham.

Informationen zu unserer Gemeinschaft finden Sie unter:

 

www.kloster-heiligkreuz.ch

(Scrollen Sie nach unten und Sie werden den einen oder anderen Àlteren Text zum Nach-lesen und Nach-denken finden.)

Liebe - Lust - Leben

In einem Interview über Ehe und Familie begegnete ich diesem ‚Dreiklang‘ bezogen auf die Sexualität. Für mich spürte ich jedoch, dass diese ‚Harmonie‘ prinzipiell im Leben klingen möchte.

 

Liebe:     Auch wenn der Begriff leider fast der abgedroschenste ist, den es gibt… ist es doch auch jener, der am meisten aufgeladen ist mit den Sehnsüchten der Menschen… Vielleicht bedingt genau das zweite das erste - und umgekehrt…
Wir wollen Liebe erfahren, uns geliebt wissen. Doch dafür müssen wir selber aktiv werden: nur wer bereit ist, Liebe zu verschenken (ohne Hintergedanken und Er-wartungen), wird in den Kreislauf der Liebe hinein genommen werden. - Wer aber macht den Anfang?!

 

Von Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153) stammt der Ausspruch:
Wahre Liebe ist nicht ohne Lohn,
doch sie liebt nicht für Lohn.

 

Das heisst aber auch, dass man Liebe nicht einfach mit einem Gefühl von Seligkeit gleichstellen oder verwechseln darf. Liebe ist oft genug Anstrengung, gar Überwindung, eine Haltung von Zugewandt-sein und -bleiben, auch und gerade dann, wenn es darum geht, treu zu bleiben - dem Nächsten, mir, dem Beruf, Gott, dem Leben gegenüber - das fordert nicht in erster Linie das Gefühl sondern die Klarheit der Liebe, die spürt und darin weiss, was jetzt dran ist. - und diese Antwort ist kein Patentrezept, sondern will je neu erkundet werden.

 

Lust:    Lust haben an dem, was man tut und am Leben überhaupt, ist ein  grosses Geschenk, eine Freude, die jede Faser durchpulst! Lust, die Selbstvergessenheit ist und so unvermittelt im Flow landet, eine besondere Erfahrung. - Nicht Alltag. Lust als ‚unab-dingbar‘ in diesem Dreiklang zu benennen, will der heutigen ‚Spassgesellschaft‘ keines-wegs das Wort reden! Vielmehr geht es (mir) um die Frage, wo mein Leben prinzipiell wurzelt. Gibt es in meinem Leben jene grundsätzliche Lebensbejahung, die dankbar und auch froh ist für das Geschenk des Lebens, das aus der Hand eines Andern quillt? - Oder habe ich so viele Baustellen, Präferenzen, Unwillen und Ungenügen, dass ich gar nicht zufrieden sein kann?
Wenn ich in einer Lebensfreude wurzle, dann wird dieser Wurzelgrund den Lebensbaum auch in Stürmen halten und tragen - und ich habe ‚Lust‘ zu leben und zu sein - ohne mich vordergründig in diesem Leben zu verlieren, das immer ‚nur‘ das Vorletzte sein kann -  jegliche ‚Lebenslust‘ sollte den Keim des Ewigkeitsdurstes in sich tragen, sich gleichsam schon vom Himmel zur Erde spannen.

 

Leben:    Dass ich atme, mich bewege… heisst noch nicht, dass ich wirklich lebe und von mir auch Leben, Lebendigkeit ausgeht. Eine Zugewandtheit zum Leben hin beinhaltet auch, dass ich sorgsam mit dem Leben und allem Lebendigen umgehe, dass ich mich und den Nächsten, die ganze Schöpfung achte. Leben bewahren, Leben fördern
Das Leben ist ein kostbares Geschenk, das entsprechend bewahrt und gepflegt sein will. - Das ist mehr als blosser ‚Kult‘, dem heute so ausgiebig in Selbstdarstellung und Selbst-verwirklichung gehuldigt wird, bei dem ich allerdings eher das Gefühl von ‚Lebens-verachtung‘ habe, als jenes einer gesunden, natürlichen Lebensliebe… Verachtung, weil die Schranke des Geheimnisses oft genug herunter gerissen wird. Man will sich keine Blösse geben und stellt sich bloss, um dazu zu gehören, gesehen zu werden, einen Na-men, ein Gesicht in ‚der weiten Welt‘ zu haben - nicht unbedeutend zu sein. - Gebe ich aber damit meinem Leben wirklich die ihm eingeborgene Bedeutung - oder schalte ich mich damit nicht automatisch hinunter auf die Ebene all der Andern, die sich ebenso ‚bedeutend‘ zeigen wie ich mich? 
Unverstellte Lebendigkeit erlebt man bei Kindern, die einfach in die Welt lachen, die neugierig einer Schnecke zusehen. Leben ist da ein Wunder und ein Abenteuer, es muss erkundet werden, bestaunt. - Vielleicht kämen wir dem Leben und seiner Lebendigkeit wieder näher, wenn auch wir zurück in diese kindliche Haltung hinein fänden: leben, ein-fach leben - kein Druck von Müssen, von Vergleichen.

 

Liebe - Lust - Leben 
wenn dieser Dreiklang in Ausgewogenheit ist, dann ist Harmonie, egal in welcher Lebens-situation man gerade ist. Es darf auch auf Sparflamme flackern! Eigentlich bringt nur je-des Über- oder Untergewicht das Ganze in Schieflage.


Wenn ich meine obgenannten Gedanken weiter vertiefe, merke ich, wie alles zusammen-hängt, eines bedingt das andere, eines ist im andern drin… und letztendlich fällt alles in eines.

 

Ich wünsche uns allen ein gutes Ausbalancieren von  Liebe/Lust/Leben - denn in der Mitte ist immer die grösste Fülle!

Christen

In der Apostelgeschichte lesen wir (11, 26 b), dass man in Antiochia die Jünger zum ers-ten Mal ‚Christen‘ nannte. Das ergab sich aus der logischen Verbindung ‚Anhänger des Christus‘, also sind Christen ‚einfach‘ jene, die sich zu Christus bekennen.

 

Wir können aber im Begriff ‚Christen‘ auch noch eine andere Bedeutungsebene finden, denn:
Christus wird übersetzt mit der Gesalbte.

 

Auch wir als ‚Christen‘ (zumindest die konfessionell gebundenen) sind in Taufe und Fir-mung gesalbt worden. Wir alle sind also ‚Christus‘ im Sinne der Salbung und der Würde, die uns darin zukommt.
Das bestätigt uns auch das Buch der Offenbarung des Johannes, wo wir gleich im ersten Kapitel (Vers 16) lesen, dass wir zu ‚Priestern und Königen gemacht‘ wurden - Priester - Könige und Propheten wurden seit jeher gesalbt
Als ‚Christen‘ sind wir somit mit einer einmaligen Würde und Sendung ausgestattet.

 

Die ‚Salbung par excellence‘ aber ist der Hl. Geist.
Ihn empfangen alle, die sich ihm öffnen und sich seiner Führung anvertrauen - der Hl. Geist überwindet sämtliche Grenzen, Unterschiede und Barrieren christlicher Denomi-nationen - Er ist es, der in Seiner Salbung die Christen erst zu Christen macht - denn nie-mand kann ‚Jesus bekennen‘ wenn es ihm nicht im Geist gegeben ist (vgl. 1. Kor 12, 3 b). 
Niemand kann sich selber be-rufen, keiner sich selber senden - immer ist es Antwort auf ein Rufen Gottes - und gehört wird dieser Ruf nur im Raum betender Stille - sei es, dass wir sie uns immer wieder selber geben und gönnen - oder dass Gott selbst uns in einen solchen Raum unvermittelt hinein stellt, wie Saulus auf dem Weg nach Damaskus, wo er mit Blindheit geschlagen in eine neue Dimension von Ruf und Salbung hinein gestellt wurde (vgl. Apg 9, 8; 22, 11).


‚Christen‘ - mehr als ein Name zur Identifikation oder gar ‚Schubladisierung‘! Vielmehr ein EHRENTITEL, der uns unsere Würde und Verantwortung bewusst machen will.
Aber auch ein EHRENTITEL, der sich in unserm Tun und Sein immer wieder aktualisieren und bestätigen will.
Zugleich sagt der Name aber auch, wo unser Ankerplatz und unsere Quelle sind.


Möge uns der Name also beides schenken:
Erinnerung an unsere Anbindung und an unsere damit verbundene Verpflichtung -
dass wir gleichsam Schale sind, die aufnimmt und überfliesst.

Psalm 13

Diesen Psalm rechnet man zu den sogenannten Klage-Psalmen. Lesen wir die ersten Verse dieses kurzen Psalms, haben wir jedoch eher das Gefühl, dass es sich um einen Anklage-Psalm handelt - und der Adressat ist kein geringerer als Gott selbst! Der Beter er-fährt verstörende und bedrängende Not - und Gott scheint sich im hintersten Winkel des weit entfernten Himmels verkrochen zu haben. Die Not des Menschen interessiert ihn keinen Deut. Gott, der sich dem Juden als der ‚Ich-bin-da‘, gar als der ‚Ich-bin-für-dich-da‘ geoffenbart hat, straft sich selbst Lügen!

 

In den ersten drei Versen, fordert der Beter gleich viermal Rechenschaft von Gott:
wie lange noch?!

 

Nach diesen ‚Anwürfen‘ formuliert er, was er von Gott konkret erwartet, was dieser (endlich!) für ihn tun soll:
überraschenderweise ist es nicht Rettung, wie wir es uns vielleicht vorstellten oder die Vernichtung der Feinde.
Bei genauerer Betrachtung geht es darum, die Situation zu bestehen - und genau damit die Feinde zu beschämen, dass diese sich nicht rühmen können, weil er (der Beter) wankt oder gar zu Falle kommt.

 

Eine noch grössere Überraschung ist dann jedoch der Schluss (Vers 6a) - je nach Über-setzung lautet dieser:

  • Hoffnung für Alle: Ich aber vertraue auf deine Liebe und juble darüber, dass du mich retten wirst.
  • Neues Leben Bibel: Ich vertraue auf deine Gnade. Ich freue mich, dass du mich retten wirst.
  • Neue evangelische Übersetzung: Ich aber, ich baue auf deine Gunst.  Ich freue mich, dass du mich retten wirst.
  • Menge Bibel: Doch nein, ich vertraue deiner Gnade: jauchzen soll mein Herz ob deiner Hilfe!
  • Das Buch: Doch ich habe auf deine Freundlichkeit vertraut, jubeln soll mein Herz über deine Rettung!

 

Der Beter hat sich in ein neues Vertrauen hinein gebetet! Ob tatsächlich jetzt und soeben etwas passiert ist, scheint unwahrscheinlich - was das Äussere anbelangt. Doch das Inne-re hat sich gewandelt:
Mitten in der Not erfährt der Beter Trost und Zuversicht:
AUCH WENN SICH GOTT ZEIT LÄSST: GOTT WRD IHN NICHT IM STICH LASSEN.

 

6b ist dann (quasi als logische Konsequenz!) einfach Jubel  (gleiche Reihenfolge der Übersetzungen wie oben)

  • Mit meinem Lied will ich dich loben, denn du, HERR, hast mir Gutes getan.
  • Ich will dem Herrn ein Loblied singen, weil er so gut zu mir war.
  • Singen will ich für Jahwe,  weil er so gut zu mir war!
  • Singen will ich dem HERRN, dass er Gutes an mir getan!
  • Ich will dem HERRN singen, denn er hat mir Gutes getan.

 

Wir könnten Psalm 13 als ‚Schule des Betens‘ in notvoller Situation bezeichnen:
Wir dürfen Gott unsere Not schonungslos und offen darlegen - und müssen dabei nicht einmal ‚nett und höflich‘ sein! 
Genau diese Art zu beten, Gott alles hin zu schmettern, unsern Frust, unsre Enttäuschung klärt und entlastet. Und vielleicht mag es auch dann bei uns geschehen, dass wir bereits spüren, dass Gottes Rettung schon geschehen ist - selbst wenn sich scheinbar noch nichts verändert hat…

 

Diese Erfahrung von innerem Frieden und trostvoller Zuversicht ist es auch, die uns er-möglicht, ‚dran zu bleiben‘, weder die Flinte ins Korn zu werfen, noch zu resignieren.
Ich jedenfalls durfte erfahren, wie mir gerade dieser Psalm Halt und Stütze war während einer Durststrecke, wo viel Kleinkram mich zermürbte und ich die Nase voll hatte von all den zwischenmenschlichen Querelen, um Nichtigkeiten… 
Im Beten dieses Psalms merkte ich auf einmal:
Nicht einfach Gott muss die Augen auftun - vielmehr ICH SELBST muss meine Augen öffnen!
Gott in seiner Perspektive ‚von oben‘, seiner ‚Gesamtschau‘ hat den Überblick, den ich verloren hatte, so dass ich mich immer mehr verhedderte im Unkraut des Alltages…
Plötzlich waren die vielen Elefanten Mücken, die zwar noch immer stachen - aber weniger bedrohlich waren. Und mit etwas Ge-lassen-heit, liess sich die Situation bestehen - aus ihr lernen -
und letztendlich:
blieb auch mir nichts weiter, als Gott zu danken und ihn zu loben.

 

Ich hatte Gott wohl nicht bemerkt, weil er nicht weit weg im Himmel sass, wo ich ihn vermutete… sondern mitten drin! - Ich brauchte ‚nur‘ seine Hand zu ergreifen.


Diese Erfahrung wünsche ich auch Ihnen!

gereifte Erfahrung

Unlängst kam dieser Begriff in einem kurzen Mail-Austausch auf mich zu - und seither lässt er mich nicht mehr los…
gereifte Erfahrung

 

Ja, Erfahrung muss reifen, damit wir sie auch nutzen können. Erfahrung, die man einfach gemacht hat, bleibt ‚ungereift‘, wenn wir sie nicht bewusst reflektieren. (Und Ungereiftes ist meist auch ungeniessbar)
Natürlich muss nicht jedes Erleben bis ins Detail analysiert und reflektiert werden. Man braucht nicht jedes Ereignis wie eine Orange auszupressen, dass die Vitamine wirken.

 

Manche Erfahrungen könnten jedoch für unseren Lebensweg und unsere Entwicklung relevante Impulsgeber sein, allein, wir lassen sie gleich reifen Äpfeln ungepflückt am Baume hängen… bis sie zu Boden fallen und still vor sich hin faulen.
Oder wir machen Erfahrungen und versuchen, sie einzuordnen, ihnen ihren Platz zuzu-weisen, wir erkennen grad auch in schwierigen Momenten ein Fünkchen Gold - da sticht ein gutmeinender Mensch mit spitzer Bemerkung in die reifende Frucht… und auch sie kommt zu Schaden…
Oder ein Hagelunwetter geht nieder, alles was wir im Leben als reichen Schatz reifen liessen, geht vor der Ernte kaputt, weil eine Demenz, ein Schlaganfall uns den Zugang und Zugriff zu den Erfahrungen versperrt, uns unversehens in eine neue Welt stellt…
Oder…

 

Ja, Erfahrungen sind Schätze - aber wie das Leben selbst, eben dem Leben ausgesetzt! Wir können sie nicht sicher verwahren und in einen Safe stecken! - Auch die Erfahrung, nicht verwerteter Erfahrung ist Erfahrung und die Erfahrung zerstörter Erkenntnis ebenso.

 

Erfahrung, die nicht reflektiert oder genutzt wird, wiederholt sich oft in ‚Endlosschleife‘ - und das mitunter ohne dass wir es bemerken oder ohne, dass wir es ins Bewusstsein lassen.

Bei mancher Erfahrung machen wir den Fehler, dass wir nach Schuldigen suchen - dies ist aber für den Nutzen der Erfahrung nicht per se relevant, im Gegenteil, es kann sogar schädlich sein. - Wenn wir statt nach der Kernbotschaft nach dem/der Schuldigen suchen (und ihn/sie) womöglich auch finden… schiessen wir am Ziel vorbei und ziehen auch nicht den möglichen Nutzen.
Fehler geschehen immer. Das ist weder zu verleugnen noch zu beschönigen - wir dürfen (und sollen!) sie in den Blick nehmen, um zu reifen und zu lernen, damit wir nicht in den stets gleichen Fehlern hängen bleiben. - Fehler sind ‚nur‘ eine Sorte von Erfahrungen, die ebenso verwertet werden will.

 

Wer Erfahrungen als Quellen von Inspiration sieht und in dieser Weise aus ihnen schöpft, wird selbst zu einer Quelle für andere, die Orientierung suchen, deren offene Fragen schwären. Er/ sie gewinnt das, was man Lebensweisheit nennt. -
Dabei ist Weisheit mehr als blosses Wissen.
Lateinisch ‚sapientia‘ - darin eingeborgen ‚sapere‘ - schmecken, kosten.
Ja, erst wenn ich mein Leben, meine Erfahrungen gekostet habe (und weiss, was sie gekostet haben), erfahre ich wirklich ihren Geschmack!

 

…und zumeist ist es mit den Erfahrungen so:
wer aus allem in irgendeiner Weise Nutzen zu ziehen vermag, dem fällt es leichter, letztendlich dankbar und zufrieden zu sein - denn alles hatte in irgend einer Form seinen Nutzen und Wert. Nichts war vergeblich - was nicht meine Freude war, war doch mein Lehrer..

Zeug*Inn*en der Auferstehung

Bei der Neubesetzung des leer gewordenen ‚Apostelstuhles‘ im 12-er-Gremium sind die Voraussetzungen klar, es musste jemand sein, der Jesus ‚aus der Nähe‘ kannte, nicht nur ‚vom-Hören-Sagen‘. Ebenso klar war die Aufgabe:
mit uns Zeuge der Auferstehung sein                                                                                     Apg 1, 22

 

Wie steht es damit bei uns?
Steckt nicht gerade der Glaube an die Auferstehung in der Krise?!

 

Kirche als Versammlung von Auferstehungszeug*inn*en.
Was könnte das für uns bedeuten?

 

Ja, gerade unsere heutige, so tod-bedrohte Welt und Zeit bedarf der Auferstehungs-zeugen, jener Menschen, die aus dem Glauben an das Leben + ihre Kraft schöpfen:
das hier und jetzt ist nicht alles, es gibt ein Leben ‚darüber hinaus‘. Nichts kann uns endgültig satt machen, der Mensch ist letztendlich für jene Ewigkeit geschaffen, aus der er kommt.
Ich weiss, dies sind ‚explizit christliche‘ Gedanken, die nicht alle teilen - und auch nicht teilen müssen. Für mich ist es jedoch auffällig, dass jene, denen diese Zusatzdimension fehlt, oft eine Unersättlichkeit ausleben in Konsum von Gütern, Events, Beziehungen… und die letzte ZuFRIEDENheit und ErFÜLLung darin doch nicht finden… Der Glaube an die Auferstehung schliesst diese Wunde nicht - hält sie vielmehr offen - weil gerade sie Einfallstor für den Himmel ist - und sein will.

 

Und was hat es mit der Auferstehung Jesu zu tun, der so manche*r skeptisch begegnet? Glaube ist und bleibt Glaube:


Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge.    

                                                                                                       Hebr 11,1 (nach Neue Genfer Übersetzung)

 

An die Auferstehung Jesu kann man nur glauben, sie beweisen, geht definitiv nicht. Sie ist eine klare, hoffnungsstarke Zusage, für all jene, die darauf bauen, dass auch unser Leben sich über diese Zeit hinaus spannt - und letztendlich muss man fragen:
Kann man sich wirklich intensiv für das Leben, den Erhalt des Lebensraumes und Lebenshauses, aller Mitgeschöpfe einsetzen, ohne einen Glauben, dass das Leben ‚unendlich‘ ist, über das Zeitliche hinaus ragt - und somit von unvorstellbarem Wert ist?!
Wenn jegliches Leben am Ende nur den unersättlichen Schlund des Todes füllt, was hat das Leben für einen Sinn? - Dass mit dieser Perspektive so manch eine*r wenigstens auf ewig hier auf Erden leben will, ist eine mögliche logische Konsequenz…

 

Und Pfingsten? Was hat Pfingsten mit Ostern zu tun? Dieses Fest des Heiligen Geistes?
Es ‚bloss‘ als ‚Fest des Heiligen Geistes‘ zu sehen, greift eigentlich zu kurz. Pfingsten ist Höhepunkt und Abschluss des Osterfestkreises in einem - und gerade darin
Türe in den Alltag.
Erst die Ausgiessung des Heiligen Geistes machte aus den Jünger*innen, die sich ängstlich verbarrikadierten, zu Zeugen der Auferstehung.

 

Im Heiligen Geist erfüllt sich Ostern und wird in ihm gleichsam fruchtbar, ja multipliziert sich in ihrer Botschaft. Der Heilige Geist öffnet die Augen für Gottes Wirklichkeit, die still und leise in allem webt, lässt die Spuren von Leben und Lebendigkeit jenseits von und mitten im Tod erkennen.

 

Dank Pfingsten hat Ostern Konsequenzen.

 

So wünsche ich uns, dass auch wir uns vom Heiligen Geist mit der Osterkraft des Lebens erfüllen, ergreifen und senden lassen, dass Ostersamen im Alltag gesät werden und keimen - dass wir zu Zeug*Inn*en der Auferstehung werden.

gerecht? - gerächt!

Wir Menschen (…und ich nehme an, ich darf von mir auf die Allgemeinheit schliessen….) haben den starken Wunsch nach ‚Gerechtigkeit‘, oder dass es zumindest eine ‚finale‘ Gerechtigkeit geben wird, wenn man ‚christlich, gläubig‘ sozialisiert ist.

 

Manches von dem, was wir im Alltag - persönlich, im Umfeld oder weltweit - erleben, ist schlichtweg nicht gerecht - ja, es schreit förmlich nach Gerechtigkeit. 

 

WAS aber IST Gerechtigkeit?!
Schaue ich genauer hin auf das, was ICH damit erwarte, muss ich ehrlich gestehen:
es schmeckt vielmehr nach Vergeltung…Was ich mir unter ‚gerecht‘ vorstelle, verdient wohl eher das Prädikat von ‚gerächt‘.

 

Kann es aber DAS sein?! - Der/die Andere soll eins auf den Deckel bekommen, für das was er/sie mir antut. Zumindest soll er/sie spüren, dass es nicht recht ist, die entsprechende Strafe soll das Gleichgewicht in der Ordnung wieder herstellen. - Es kann ja nicht sein, dass er/sie ungeschoren davon kommt…. 
Biblisch gesprochen ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘. (vgl. 2 Mose, 21, 24).
Bei diesem Grundsatz ging es allerdings nicht wirklich um ‚Gerechtigkeit‘, sondern um das Eindämmen von Rachegelüsten, mit denen man doppelt heimzahlen wollte.

 

Und Gottes Ansatz?
Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halte auch die linke hin. Wenn jemand mit dir um dein Hemd prozessieren will, dann gib ihm den Mantel dazu. Und wenn jemand dich zwingt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh mit ihm zwei.    

                                                                                                                          (Mt 5, 39 b ff /Gute Nachricht)

 

Was soll daran nun ‚gerecht‘ sein?!
Sicher: nichts.
Worum könnte es aber gehen? Denn:
Das mag ein reichlich perverses Lebensprogramm sein: nicht nur sich nicht wehren, sondern auch noch zum Unrecht ‚ja tun‘ - und das mit ‚Trinkgeld und Boni‘.

 

Mir scheint, worum es hier geht, ist nicht ‚Gerechtigkeit‘, sondern ‚die Entwaffnung des Bösen‘ - indem man ihm sozusagen den Wind aus den Segeln nimmt. - Ob die Rechnung aufgeht…? Ich kann es nicht beurteilen, aber im Kleinen habe ich es schon erlebt, dass Menschen, die keinen Widerstand spüren, das Interesse am Streit verlieren und die Waffen strecken; dass die (innere) Freiheit verblüfft - und da der Andere den Sieg anscheinend nur im Kampf will, die Segel streicht…

 

‚Als wollte er (Gott) belohnen, so richtet er die Welt‘, heisst es in einem Adventslied von Jochen Klepper. Gott fordert nicht nur Grosszügigkeit und Liebe - in Jesus hat er sie gelebt - und sein letztes Wort wird Barmherzigkeit sein. - Ich bin überzeugt, wenn wir in diesem letzten Augenblick spüren, wie auch wir von seiner grossen Barmherzigkeit auf- und umfangen sind, werden auch wir ein neues Verständnis für Gerechtigkeit haben, heilfroh, dass einer für uns die Rechnung begleicht, mögen unsere Rechnungen getrost offen bleiben! - Selbsterkenntnis ist auf alle Fälle reinigend und schmerzhafter, als eine Busse, die sich auf die Schnelle per E-Banking erledigen lässt - zudem nachhaltig - …sofern man die Zeit ‚hier unten‘ dafür nützt… 

Ich kenne diesen Menschen nicht

Hat Petrus wirklich gelogen, als er in jener bedeutungsschweren Nacht des Verrates sagte, er würde diesen Menschen nicht kennen (siehe Mk 14, 71)?
Denn:
Diesen Menschen kannte er nicht wirklich (oder: wirklich nicht) - vielmehr kannte er bloss seine Vorstellung von diesem Menschen.
Hatte Petrus nicht unlängst vehement den Willen Gottes in Schranken gewiesen, als er Jesus klar sagte, dass Gott das Leiden des Messias verhüten solle (Mt 16, 22 f)? - Und Jesus hat mit gleicher Vehemenz dieses Ansinnen Petri zurück gewiesen: weiche, Satan, hinter mich, du hast nicht im Sinn, was Gottes ist!

 

Da passte der Einzug In Jerusalem eine Woche vor Pessah schon eher ins eigene Wunsch-bild - auch wenn man geflissentlich darüber hinweg sah, dass es nur ein Esel (Füllen) war und nicht ganz so majestätisch hoch zu Ross…

 

Nein, DIESEN Menschen kenne ich nicht!

 

… als Jesus nach dem dritten Nein und Hahnenschrei hinaus geführt wird und Petrus anblickt (Lk 22, 61), da wird Petrus wohl eher sich selbst erkannt haben, als er in sich zusammen fällt und bitterlich weint - und nicht unbedingt Jesus…

 

Diesen Menschen kenne ich nicht… Ja, Petrus, Du hast recht! 
Gott ist ganz anders, als wir ihn uns vorstellen, ausmalen, herbei wünschen…

 

Nur wenige Tage danach, eine weitere Begegnung, wieder am Feuer:
kein Vorwurf Jesu, nur die schlichte Frage:
Liebst du mich - mehr als diese? (Joh 21)

 

Du sollst dir kein Gottesbild machen (2 Mose, 20, 4), heisst es schon in den zehn Geboten, kein ‚physisches‘ Bild, wohl auch keine (phantastische) Vorstellung.

 

vielmehr (5 Mose 6, 5):
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit deiner ganzen Kraft.

 

Erst im Lieben und Geliebt-werden erschliesst sich Gott - und auch der Mensch - und ich mir selbst!
Ist es nicht so, dass mancher Mensch, den wir zu kennen glauben, uns eigentlich doch ‚fremd‘ ist (und es immer im Tiefsten auch bleibt…)? Dass wir selten den Menschen sehen - viel eher unser Bild von ihm, das sich wie eine Membran über das Eigentliche gelegt hat?


Erst in der Liebe
erschliesst sich mir Gott - der Andere - und auch ich mir selbst.

Darum ist die Trias der Liebe das wichtigste Gebot.


Nein,
wir kennen Gott nicht - und werden ihn nie kennen und auch nicht kennen müssen.
Gott fragt nach der Liebe…
So gesehen, hat Petrus zwar nicht gelogen, da er diesen Menschen nicht kannte - aber er hat die Trotzdem-Liebe zu diesem Menschen aufgekündigt und verraten… ‚Ich kenne diesen Menschen nicht, aber ich liebe ihn‘ - auch und gerade jenseits meiner Vorstell-ungen - auch und gerade jetzt, wo er mir fremd ist.

 

…wie gut, dass die zweite Begegnung am Feuer nicht Verurteilung, sondern Heilung war, weil sie zurück ins Wesentliche jeder Beziehung führte:

Liebst Du mich?

Karfreitag ist krass - Ostern ebenso

Ich gebe es zu… je öfter ich Karfreitag ‚feiere‘, je länger ich vor dem Kreuz verweile - desto unverständlicher wird mir dies Geschehen, unverständlicher, anstössiger - für meinen Verstand - gleichzeitig wird mein Herz dabei stiller und irgendwie ‚wissend‘ - jenseits von Verstehen und Verstand, von Erklären-können und be-greifen… Während der Verstand rotiert, kommt die Seele in ihrer Mitte zur Ruhe - und auch das lässt sich nicht erklären.
Karfreitag, der Kreuzestod ist und bleibt unverständlich und anstössig - und
es ist gut so:
Wir dürfen uns nie an Karfreitag gewöhnen - denn dann hätten wir uns an alle Karfreitage aller Menschen aller Zeiten gewöhnt… Das Leid Unzähliger würde uns weder aufwühlen, noch zum Handeln anstiften.

 

Ja, Karfreitag ist krass, wenn wir wahrnehmen, dass Gott sich dem Menschen nicht nur in beruhigenden, tröstenden Worten zuwendet, sondern das Schicksal aller Entrechteten, Erniedrigten, ungerecht Verurteilten, Verhöhnten und zu Tode Gefolterten teilt. Dieses in seiner ganzen schrecklichen Dimension gar durchleidet. - Und dies obwohl er hätte fliehen, (abhauen!) können. 
Es ist Gott selbst, den das Urteil des Menschen über ihn zu Tode bringt… - dass da der Verstand nicht mehr mitkommt… wer wollte es verdenken?!

 

Gottes Allmacht zeigt sich darin, dass er dieses Urteil und diesen qualvollen Foltertod in aller Konsequenz durchleidet (zunächst in Gethsemane davor zurückschreckt) - und ihn danach verwandelt. 
Es ist nicht Menschenlogik, was da geschieht - und noch weniger, wie das geschieht - oder warum es geschieht… Ich glaube, die einzige Antwort auf die Verstandesfragen auf den ‚Erlösertod‘ ist das Verstummen und Schweigen. Denn die Liebe, die sich darin zu offenbaren sucht, kann nur von der Liebe erspürt werden, die aber geschieht in der Stille.
Ist es nicht das Herz des Erlösers, das im Tod geöffnet wird? - Ist nicht gerade es, das so zum Tor ins ewige, eigentliche Leben wird? Quillt nicht gerade hier die Fülle der Liebe unversiegbar?
Fragen, die betroffen machen, vielleicht auch unwohl…

 

Ja, Karfreitag ist krass - und das sollen und dürfen wir nicht verleugnen!

 

Ostern ist es aber ebenso:
Denn Ostern hält die Karfreitagswunden offen! Sie sind und bleiben Kennmal des Auferstandenen - Gottes Neumachen macht nicht neu, indem es das Vergangene weg oder ungeschehen macht, sondern ihm eine neue, erlöste Bedeutung gibt. - Verklärung - Klarheit.
 
Gott lässt sich in dem erkennen und finden, was die Menschen ihm angetan haben! Und dies gewandelt als Angebot der Liebe und Erlösung - nicht als Vorwurf und Verurteilung.
Der Mensch wollte Gott ein für alle Mal loswerden, ihn ‚aus der Welt schaffen‘ - und hat ihn gerade dadurch ein für alle Mal ‚an die Welt genagelt‘! - 

 

ER IST UND BLEIBT UNSER ZUFLUCHTSORT UND UNSER WEGBEGLEITER.

Zerbrechliche Gefässe

Diesen Schatz (des Glaubens) tragen wir aber in zerbrechlichen Tongefäßen, wie wir es sind, damit deutlich wird, dass die alles überragende Kraft von Gott stammt und nicht von uns.                                                                        2 Kor 4, 7 (neue evangelistische Übersetzung)

 

Unlängst hat mich dieser Satz sehr berührt, in verschiedensten Übersetzungen umkreist er das Thema, dass der Glaube nicht in einem einbruchsicheren Safe, in einem unzerstör-baren Gefäss aufbewahrt wird - sondern eben in zerbrechliche, irdenen, tönernen Ge-fässen - und je länger mich dieser Satz begleitet finde ich:

 

wie gut, dass das Gefäss zerbrechlich IST! 

 

Denn: 
•    muss es nicht SO sein, dass das Gefäss, zerbrechen MUSS, damit der Glaube in die Welt ausfliessen kann?
•    muss es nicht so sein, dass wir uns im Glauben eben verschenken sollten? Dass er nicht in uns eingebunkert bleiben darf?

 

und auch:
•    wir dürfen zerbrechlich sein - und bleiben - und das trotz und mit dem Glauben

 

Der Glaube ist eine Kraft, ja, aber keine Garantie! Wir werden auch mit Glauben an Grenzen stossen, an denen Zweifel und Unglaube, Fragen und Aufbäumen wohnen, vielleicht gar lauern… Wir müssen keine Helden des Glaubens sein, in dem Sinne, dass wir etwas zu leisten oder zu beweisen haben.

 

Glaube ist nie ein Gut, das man hortet und bewacht. Glaube ist keine Versicherung gegen jeglich Ungemach. 

 

Glaube ist immer ein Tasten und Suchen - und vor allem
ein Vertrauen in Liebe.

 

…wäre er das nicht, dann wäre er kein Glaube, sondern ein Wissen - doch jegliches Wissen stürzt in sich zusammen, wenn Beweise fehlen, Gegenbeweise übermächtig werden.

 

Aber genau dann, wenn man mit seinem Latein am Ende ist, dann beginnt Glaube - jener kühne Absprung, der an das Mehr im Dahinter und Dazwischen glaubt - der eine Art von ‚Herzenswissen‘, ‚Seelenwissen‘ ist, das eben von der Liebe und vom Vertrauen gespeist wird - und keine handfesten Beweise braucht.

 

In zerbrechlichen Gefässen tragen - da kann man auch mal anstossen - und dann mag’s auch in Brüche gehen, aber genau dann, weiss ich, was in dem Gefäss wirklich drin war…


Nein, Glaube kann man nicht haben,
Glaube kann man nur wagen, je neu -
aus einem liebenden Vertrauen heraus -

 

denn:


LETZTENDLICH IST UNSER GLAUBE EIN BEZIEHUNGSGESCHEHEN MIT UNSERM GOTT.

Ostern

...und die Seelenwunden

werden zu

OSTERFURCHEN

im Acker des Lebens,

daraus

AUFERSTEHUNG

spriesst

 

-

 

Was zählt

das Davor,

wenn das Jetzt

ERLÖSUNG

ist?

Wessen Sohn?

Matthäus überliefert uns im 22. Kapitel (41 - 45) ein etwas sonderbares Gespräch: Da fragt Jesus die Pharisäer, was sie über den Messias denken und wessen Sohn er denn wäre. - Bloss ein rhetorisches Geplänkel? - Braucht der Messias überhaupt eine ‚genealogische Einsortierung‘? - Und ist es nicht von vorneherein klar, dass der Messias nur direkt und ohne genealogischen Umweg von Gott her kommt? 

 

Und doch:
Gott hat sich in diese Menschheitsgeschichte mit all ihren familiären Linien und Banden einsortiert, ja unwiderruflich eingeflochten.
Rein die Tatsache, dass er beginnt, wie jeder Mensch - im Schoss einer Mutter - zeigt, dass er Teil dieser Menschheitsgeschichte sein will und ist.


Mir kommt dazu aber noch ein Satz in den Sinn, den ich vor längerem bei Willfried Nelles gelesen habe:

 

Die Eltern sind das TOR zum Leben - nicht die Quelle.

 

Die Antwort Jesu auf die Antwort der Pharisäer (Sohn Davids) weist über David hinaus - vom Tor zur Quelle:
Wie kann er Davids Sohn sein, wenn David selbst ihn Herr nennt???

 

Nicht nur das Leben Jesu, UNSER ALLER LEBEN weist über uns und unsere kleine Welt hinaus, bei aller Abstammung von ganz bestimmten Eltern, über alle genetische Zugehörigkeit gibt es ‚göttliche Wurzeln‘, die über unser Hier und Jetzt, über unsere Biografie und unsern Stammbaum hinaus weisen:

 

Als ewiger Liebesgedanke Gottes gibt es auch für uns ‚Prä-Existenz‘, die unseren kleinen Radius bei weitem übersteigt und ins unendlich-ewig-himmlische ausweitet.

 

Dazu mag zwar der Verstand schweigen, gar benebelt werden - aber spüren wir nicht immer wieder mal diese Sehnsucht nach dem MEHR, das uns übersteigt? - Vielleicht suchen und graben wir am falschen Ort, weil wir meinen, diese Sehnsucht mit irdischen Gütern und Freuden sättigen zu können…
Letztendlich mag dies nicht gehen, nur eine kurzfristige Betäubung sein, bis die Schwaden des Glücks sich verzogen haben… und der Hunger sich erneut meldet…

 

Glauben wir an unsere Himmelswurzeln, dann ist unser Leben hier unten HEIMWEG. Dann ist jedes lauschende Stillwerden ein Andocken an diese Dimension jenseits von uns.

 

Wessen Kind sind wir?

Das Leben ein OL

Dieser Aussage bin ich vor einer Weile in einem Vortrag begegnet - und ehrlich: mir gefällt diese ‚Definition‘ - obwohl sich so etwas Lebendiges wie das Leben selbst wohl kaum definieren lässt!
Aber etwas ist doch ‚dran‘.

 

Manche/r lebt das Leben, als wär’s eine Rennstrecke - möglichst Tempo, möglichst keine Baustellen - möglichst keine Ampeln - möglichst viel in wenig Zeit….
Verpassen wir da nicht auch Wesentliches? Wer sieht das Gänseblümchen blühen am Bord der Rennstrecke?! 
Liegt das Glück tatsächlich in der Geschwindigkeit…?

 

Demgegenüber suchen andere lieber eine rasante Looping-Bahn mit viel Action. Bau-stellen, Ampeln, Stau - Fehlanzeige! - und wenn alles plötzlich Kopf steht und jede/r schreit, ist’s gut fürs Adrenalin…
Aber ist das Leben ein Action-Event…?

 

Das Leben ein OL -
Da werde ich auf eine mir unbekannte Strecke, womöglich in unbekanntem Gelände geschickt, eine Karte gibt Orientierung. Die muss ich stets zur Hand haben - und vor al-lem will Kartenlesen geübt sein! Ein Kompass hilft, die Richtung zu finden - und wenn der gesuchte Posten erreicht ist, mag das ein freudiges (Glücks)Gefühl sein - aber keine Hal-testelle auf Dauer. - Es heisst: nächste Strecke unter die Füsse, nächste Aufgabe zu Her-zen nehmen.
Nur Tempo macht nicht den Schnellsten aus, da gibt es noch ganz andere Fähigkeiten, die mitunter ‚Match entscheidend‘ sind! 
Bei allem Kartenlesen, muss man auch wieder davon aufsehen, dass man nicht gege-benenfalls über Bodenwellen und Baumstrünke stolpert...
Es gehört Bereitschaft zum Umkehren dazu, sofern man sich trotz aller Sorgfalt verlaufen oder ein entscheidendes Wegzeichen übersehen hat.

 

Das Leben ein OL -
sei’s als Einzelläufer*In oder in einem Team. 
Fürs Leben gehört dann allerdings auch dazu, dass wir uns gegenseitig helfen, die Karte zu lesen, die Richtung zu finden und letztendlich am Ziel anzulangen. Wobei jede/r seine eigene Bahn und seine eigenen Posten hat - auch hier nicht unbedingt ein blosses ‚Hinterherlaufen‘!
Gewinner*In ist, wer ankommt - zu welcher Stunde und in welcher Verfassung auch immer!

 

Das Leben ein OL - ich finde es als Bild durchaus passend, weil es in den Aussagen vielfältig ist, obwohl jeder Vergleich natürlich immer auch hinkt! (Ausnahmen bestätigen die Regel!)


Wenn mein Leben einem OL gleichkommt, dann kann ich mich fragen:
•    woran orientiere ich mich
•    was (oder gar wer) ist mein Kompass
•    ist meine Karte aktuell
•    komme ich auf unkonventionelle, kreative Lösungen in unwegsamem Gebiet
•    mancher Posten steht eventuell etwas abseits - wo suche ich
•    bin ich bereit umzukehren, wenn ich mich verlaufen habe
•    …

 

Das Leben ein OL - vielleicht kann dieses Sinnbild als Denkanstoss gut sein, um dem Le-ben unter einem andern Bild auf die Spur zu kommen… vielleicht sogar auf eine neue Spur….

Jordan und Tabor

Nur zweimal in den Evangelium lesen wir, dass der Vater ‚spricht‘ - hörbar spricht:
•    über dem Jordan bei der Taufe Jesu
•    über dem Tabor bei der Verklärung Jesu

 

Sehr variantenreich ist dieses Reden allerdings nicht. Jedes Mal ist die Aussage gleich einer Stereotypie  dieselbe quasi in drei Schritten:
•    Beglaubigung: mein Sohn
•    Wohlgefallen: an dem ich meine Freude habe
•    Auftrag: auf ihn sollt ihr hören

 

Mehr oder anderes zu sagen, scheint der Vater nicht zu haben! - Und wenn wir darüber nachdenken, genügt es für unseren Glaubensweg vollends:

 

Da steigt ‚ein unbeschriebenes Blatt‘ ins Wasser des Jordan, um sich taufen zu lassen. Hinter Jesus liegen rund 30 Jahre leben und schaffen im Verborgenen, seit Geburt, Darstellung und Wiederfinden im Tempel war den Evangelisten nichts zu berichten  wichtig… Jesus wird wohl gelebt haben wie jeder andere Jude seiner Zeit mit den Pflichten des religiösen, öffentlichen und familiären Lebens. Also kein besonderer Leis-tungsausweis - und doch das Wort des Vaters über ihn und eben dieses unspektakuläre Leben, das nichts von dem, was kommt rechtfertigt oder auch beanspruchen könnte:
MEIN SOHN
AN DEM ICH WOHLGEFALLEN - FREUDE HABE

 

Ist es nicht dasselbe, wenn wir Babys und kleine Kinder taufen (lassen)? Kein Leistungs-ausweis, nur Vorschusslorbeeren - eine ZUSAGE DER LIEBE, die sowohl ins, als auch durchs Leben begleitet.
- Und auf dem Tabor ist es noch einmal VORSCHUSS in einer neuen Dimension:

 

Es ist jenes Auftaktmomentum, das in die Passion münden wird, eine Zusage, die sicher auch bedeutet:
Was immer die Menschen mit Dir tun werden, was immer Du an Erniedrigung und Vernichtung erleben wirst - ICH BIN UND BLEIBE DEIN VATER - DU BIST UND BLEIBST MEIN SOHN - MEINE FREUDE, MEIN WOHLGEFALLEN  AN DIR KANN UND WIRD NICHT GEBORCHEN WERDEN!

 

Dies dürfen wir ebenso auf uns beziehen:
wir sind und bleiben geliebte Kinder des Vaters, was immer das Umfeld und das Leben an und mit uns tut. Ja, auch mit allem, was wir an Schuld auf uns laden.

 

Doch genau darum müssen wir den dritten Aussageschritt ebenso ernst nehmen und beHERZigen:
AUF IHN SOLLT IHR HÖREN.

 

Diese Liebe wird fruchtbar und kommt erst zur eigentlichen Fülle
im Hören auf Jesus

 

Hören aber bedeutet, still zu werden und sein Herz zu öffnen, für jene tiefere, gegenwärtige Gotteswirklichkeit im Leben, die eben mit, in, durch uns in der Welt gegenwärtig und wirksam sein will!

Nicht ‚tut‘ - das würde uns wohl automatisch auf die Schiene des Aktionismus oder Aktivismus führen, sondern hört. Zunächst still werden und sich Gottes Wort, Weisheit und Wille zuwachsen lassen, in einer Weise, in der sie uns soc erfüllen und durchwirken kann, dass sie ‚quasi automatisch‘ zur Tat wird - manchmal auch jenseits von wissen und verstehen - aber stets im Vertrauen:
ICH BIN GOTTES GELIEBTE TOCHTER - GOTTES GELIEBTER SOHN
AN MIR HAT GOTT SEINE FREUDE

 

Diesen Trost und diese Zuversicht wünsche ich uns als Ermutigung auf den Weg. Und zugleich als ‚Sehnsuchtsfunke‘, der uns zum Hören animiert - damit Gottes Wille in und durch uns fruchtbar werden kann.

Die 'Kurve kriegen'

Unlängst hörte ich, wie ein Töfffahrer einem Kollegen erklärte: ‚Wenn Du in die Kurve liegst, musst Du immer ans Ende der Kurve schauen - wenn du vor dich auf den Boden guckst, kommst du nicht mehr raus!‘

 

Da ich keine Töfffahrerin bin, kann ich das nicht bestätigen oder kommentieren - doch der Satz hat mich irgendwie fasziniert!
Mir kam in den Sinn, wie oft auch ich ‚die Kurve nicht kriegte‘, weil ich eben nicht ans Ende schaute - die Schwierigkeiten mutierten zum verschlingenden Ungeheuer, ich war eben ‚voll drin‘.

 

Manchmal kann so ein kleiner abgelauschter (!) Rat aus einem völlig fremden Genre geradezu zu einem Aha-Erlebnis werden und hat

 

Lebensweisheitspotential:

 

•    in Schwierigkeiten trotz allem an ein gutes Ende, einen guten Ausgang glauben, um

      nicht den Mut zu verlieren
•    nicht auf die Schwierigkeiten starren, bis man schier in Hypnose fällt und

      handlungsunfähig wird
•    weg von sich schauen, um Möglichkeit keimen oder helfende Hände zu sehen

 

Bildlich gefasst, finden wir dazu im zweiten Testament der Heiligen Schrift die ‚Seesturmgeschichten‘:
•    jene, wo sich die Jünger im Sturm abmühen und in Panik geraten, derweil Jesus im

     Boot (dazu noch auf einem Kissen!!!) schläft                                                             (Mk 4, 35-41)
•    die andere, in der Jesus gleichsam als ‚Gespenst‘ über das stürmende Wasser läuft

     und sich Petrus hinaus rufen lässt; um und auf sich schaut…. und prompt versinkt

                                                                                                                                                           (Mt 14, 22-33)

 

‚Ans Ende der Kurve schauen‘, kann somit heissen:
•    trotz Erdenwurzeln den Himmelsblick nicht verlieren
•    mit Gott und seiner Hilfe in allen Lagen rechnen

 

…und in dieser vorösterlichen Zeit:
•    Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in

     Gottes Herrlichkeit. Denn dazu hat uns Gott durch Jesus Christus berufen.    

                                                                                                                           Phil 3, 14 (nach ‚Elberfelder‘)
•   Ich richte meinen Lauf auf das Ziel aus, um den Siegespreis zu erringen, der unserer

   himmlischen Berufung durch Gott in Christus Jesus verheissen ist.    

                                                                                                                       Phil 3, 14 (nach ‚Zürcher Bibel‘)

 

So wünsche ich uns, dass wir immer wieder ‚die Kurve kriegen‘! - Und uns mit aller Kraft auf Ostern ausrichten - sei es das liturgische Osterfest - oder unser ganz persönliches am Ende dieser Lebenszeit.

Der Baum des Lebens

Man mag wenige Texte der Hl. Schrift im Kopf haben - jene mit dem Apfel ist wohl den meisten geläufig, Adam und Eva, die unerlaubter Weise in die verbotene Frucht beissen… und prompt bekommen, was verboten war, nur wohl ganz anders, als es ihnen die Schlange versprach und sie es sich vorstellten!


Auf diese Episode hin werden sie aus dem Paradies gewiesen mit der Begründung:
"Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden. Er erkennt Gut und Böse. Auf keinen Fall darf er jetzt auch noch vom Baum des Lebens essen, um ewig zu leben."    

                                                                                                           1. Mose 3, 22 (Neue ev. Übersetzung)

 

Wir stehen kurz vor Beginn der Österlichen Busszeit - am Anfang des Weges auf Ostern hin.
Von jeher wurde das Kreuz als Baum des Lebens gedeutet - und Jesus Christus als seine Frucht.

 

Jetzt steht der Baum des Lebens also nicht mehr (nur) im Paradies.
Jetzt steht er mitten in unserm Alltag!


Jetzt ist es nicht mehr verboten davon zu pflücken und zu essen -
im Gegenteil:
Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!  - ruft Jesus den Menschen zu.                                                                            Matthäus 11,28 (Schlachter)
oder:
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot ist, der wird leben in Ewigkeit.                                                                             Johannes, 6, 51 (Luther 1983)

 

Lockt uns die Frucht des ‚Baumes des Lebens‘ überhaupt noch?! - Oder ist es vielleicht doch wieder jene verbotene Frucht eines ewigen Lebens, das rein irdisch gedacht, nur den Tod aushebeln will, die uns anzieht?

 

Was bedeutet uns LEBEN? - und damit verknüpft: gar ewiges LEBEN - und gedeutet erlöstes LEBEN?
Das Kreuz (siehe Foto) beim Langholz /Oberehret (Hünenberg), hebt es ins Wort:


MEIN GOTT  -  WIE HABEN WIR UNS AN DICH GEWÖHNT

 

Eine Feststellung? Eine An-Frage? Eine Mahnung?


Was ist meine Antwort - auf dem Weg nach Ostern hin?

Die Bibel leben

Mag sein, dass die Überschrift etwas irritiert! Sind wir es uns doch eher gewohnt, die Bibel zu lesen, als die Bibel zu leben, gar zu sein

 

Wenn ich die Heilige Schrift zur Hand nehme, möchte ich darin Christus begegnen, ihn lesen, ihn lernen und damit auch ihn (allmählich und ein wenig…) leben.

Es ist der Wunsch, mit einem offenen Herzen Worte wie Samen aufzunehmen, die Wir-kung ent-falten, und das ganz wörtlich und real!
So denke ich, dass es im Letzten nicht darum geht, die Bibel zu verstehen, sondern eben
die Bibel zu leben.

 

Man könnte einwenden, wie man denn etwas leben, beziehungsweise lernen kann, ohne es zu verstehen. Ein offensichtlicher Widerspruch in sich!


Doch nein:
Wie lernen Kleinkinder sprechen?
Sie verstehen weder die Laute, noch wie diese entstehen - sie ahmen einfach nach - spie-lerisch - und haben daran auch ihren Spass.
Der Verstand, der die Bedeutung der Worte aufschlüsselt, der kommt erst später, wenn man schon längst die Worte zuordnen kann. Dann fängt jene bekannte ‚Warum?-Zeit‘ an, die uns Erwachsene so manches Mal entweder schmunzeln lässt - oder auf die Palme treibt…
Und es braucht weitere Jahre und entsprechendes Interesse, um herauszufinden, wie die Stimmbänder in Schwingung gebracht werden, wie der ganze Sprechapparat funktio-niert… - Selbst wenn sich das Mechanische durchaus ansatzweise verstehen lässt, bleibt doch so manches ein grosses Geheimnis: 
Wie und wo bilden sich Gedanken? - Wie formen sie sich in Laute um? - Wie verknüpfen sie sich mit Bildern und Gefühlen?

 

Die Bibel leben lernen, geschieht auch über Nachahmung - und gleichzeitig über ‚ge-schehen lassen‘.
Wenn ich das Buch öffne, bitte ich um Licht und Begleitung des Heiligen Geistes, dass sich eine Erkenntnis einstellt - diese ist aber zumeist ‚Herzenswissenschaft‘, die ganz an-dere Qualität hat, als die durchdringende Logik des Verstandes. - Ja, manchmal ist es so, dass dieser eher im Dunkeln tappt als das Herz.
Es gibt ein ‚Verstehen mit dem Herzen‘, das weiss, was zu tun ist, ohne es erklären zu können.

 

Darin geschieht ‚Bibel leben‘ - unprätentiös - ohne grosse oder viele Worte - einfach in einem Sein, das sich allmählich verwandelt, durch das, was es nährt. - Wenn wir essen, vertrauen wir auch darauf, dass das mit der Energiegewinnung, Verbrennung und Ver-dauung funktioniert - ohne es zu verstehen.
…vielleicht müssen wir in gleicher Weise zu
BIBEL-ESSERN werden…
…dann wenn die Bibel uns nährt, wird sie auch zur Lebensenergie - und wir werden die Bibel leben - nicht die ganze und auf einmal - sondern unsere je eigenen Bibelkrumen.

Fülle und Buntheit

Im Lukasevangelium 6, 12 ff (ebenso bei Markus [3] und Matthäus [10]) lesen wir von der Auswahl der 12 aus der grossen Jüngerschar - hinein in den engsten Kreis um Jesus.

 

Explizit wird davor erwähnt, dass Jesus auf einen Berg stieg und dort vor der Wahl die ganze Nacht im Gespräch mit Gott - seinem Vater - verbrachte.
Das scheint ja schon mal eine gute Ausgangslage zu sein:
über eine gewichtige Sache beten, mit jemandem im Gespräch sein, um eine möglichst gut durchdachte, ausgewogene Antwort und somit Entscheidung zu finden.

 

Doch:
Trotzdem scheint der Ausgewogenheit keineswegs Rechnung getragen und der Wurm von Anfang an drin zu sein! - Musste diese Wahl nicht von Anfang an fallieren und zum Scheitern verurteilt sein?! Zumal wir in den folgenden Kapiteln nichts von Teambildung oder wenigsten ‚Crash-Kurs‘ in Konfliktmanagement lesen!

 

Lesen wir die Liste durch, kommt da ein ziemlich bunter Haufen zusammen - unter-schiedlichster Charaktere und Hintergründe - und nicht nur das, da waren Leute aus Gruppierungen, von denen man eigentlich wusste, dass sie spinnefeind sind (Zöllner, als Kollaborateur mit der Besatzungsmacht und Zelot als Eiferer gegen die Besatzungs-macht). - Und als wenn da nicht schon genug Zündstoff drin wär, heisst es ganz lapidar zum Schluss: und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde. (Die meisten von mir konsul-tierten Übersetzungen schreiben ‚wurde‘, einige wenige ‚der ihn später verriet‘).

 

Und damit wollte Jesus das Kommen Seines Reiches, des Reiches Seines Vaters begründen?! Und das das Resultat nach einer Nacht des Betens?! - Bleibt einem da nicht der Mund offen? Kann man da noch glauben, Jesus war ‚bei Trost‘?!
Ja, ich denke, Jesus war ‚bei Trost‘ - denn es ist ein Trost, dass Kirche und Reich Gottes aus einem bunten Haufen konträrer Charaktere besteht. - Und das quasi von Anfang an. Von der erste Minute war Sand im Getriebe, Zündstoff im Gemäuer! 

 

Ist das nicht ein ganz klarer Auftrag,  ja sogar eine AUFFORDERUNG:
ich denke, es knüpft an das Gleichnis vom Weizen unter dem Unkraut an (Mt 13, 25 ff) - lasst alles bis zur Ernte wachsen, dann wird es sich weisen und scheiden. Seid nicht übereifrig darauf bedacht, einen cleanen, heiligen Trupp zu schaffen, eine Schlagkraft Gottes gegen alles Unheilige. 
Gott hat einen ganz anderen Blick auf den Menschen und seinen Wert, seine Möglich-keiten - und er gibt jedem seine Chance. Die gilt es zu packen. - Und das kann durchaus fallieren - wie eben bei Judas. Gottes Wahl tastet unsere innerste Freiheit nicht an, löst sie nicht auf. Wir müssen uns für unsere Berufung immer wieder und je neu entscheiden.

 

Und: Wenn wir einen ehrlichen Blick in unser Inneres werfen, müssten wir nicht  sagen:
die Zwölfe sind auch in mir. - Gibt es in uns nicht auch widerstreitende Kräfte und Moti-vationen. Muss nicht auch ich in mir immer wieder ‚Ordnung schaffen‘, die Mitte suchen, die Ausrichtung auf Gott, eine ‚heilige Balance‘ von allem Unheiligen?

 

Ja, es ist ein tröstliches Evangelium - eine frohe Botschaft. Selbst Jesu Entscheidungen waren nicht mit Erfolgsgarantie belegt. Und er nahm jeden mit seinen Möglichkeiten an - und versuchte ihn so einzubinden in DEN grossen Auftrag Gottes:
am Kommen des Reiches Gottes mitzuwirken, mitzubauen.

 

Dabei dürfen wir nicht vergessen, Berufung muss je neu aktualisiert und am Brennen ge-halten werden. Es geht um Versöhnung der verschiedenen Kräfte und nicht auf Redu-zierung auf eine einzig legale Farbe. Die Buntheit erst macht die Fülle aus - eine ver-söhnte Fülle ist erst wirklich Fülle - und erst eine versöhnte Buntheit auch glaubwürdig.

Zwei Sätze

Nicht Vorsätze im eigentlichen Sinn begleiten mich seit Jahresbeginn, kein ‚du sollst‘, oder eben ‚sollst nicht‘, auch kein ‚ich will‘ oder eben ‚ich will nicht‘ - einfach zwei Merksätze.

 

•    Heute ist mein letzter Tag

 

Wenn ich zur Türe herein oder hinausgehe oder mein Blick in diese Richtung fällt, immer dann sehe und lese ich diesen Satz 
•    Heute ist mein letzter Tag

 

Für mich ist es ein Satz, der das Leben durch die Vergänglichkeit leicht macht und durch die Einmaligkeit auch kostbar. 
Er stiftet mich zu angemessenerem Gewichten an: 
Über manches regt man sich auf, das in Minuten schon vergessen ist, wovon in einem Monat keiner mehr redet… Lohnt es sich wirklich?... 

 

Er stiftet mich aber auch zu mehr Bewusstheit an. 
Es kann durchaus sein, dass man gewisse Dinge auf die zu leichte Schulter nimmt - die Jahre spülen mit der Zeit alles den Bach hinunter… Doch nicht umsonst gibt es den etwas saloppen Spruch ‚Wenn man glaubt, dass über eine Sache Gras gewachsen ist, kommt sicher so ein Kamel daher und frisst es wieder weg…‘.
Was möchte ich wirklich liegen lassen, wenn ich gegangen bin? - Nicht einfach an unfertigen Arbeiten und Pendenzen, sondern auch an unaufgeräumten Beziehungen, an ‚zwischenmenschlichen Kollisionen‘, denen mit einer aufrichtigen Entschuldigung, einem vergebenden Wort der Stachel gezogen worden wäre?

 

Und der zweite Satz? - Er begleitet mich in die Nacht, ist an der Rückwand jenes Regals, das am Fussende des Bettes steht, ‚blicksicher‘ aufgehängt:
•    Ich kehre heim in die Liebe Gottes, von der ich schon immer umfangen bin

 

Obwohl ‚Nachtspruch‘, ist er auf solch kleinem Lebensraum auch tagsüber immer wieder im Blickfeld:
•    Ich kehre heim in die Liebe Gottes, von der ich schon immer umfangen bin

 

Das Einschlafen ist als Abschied vom ‚Tagesgeschäft‘ ein Loslassen von aktivem Tun und Entscheiden. Der Schlaf wird seit alters her als ‚kleiner Bruder‘ des Todes angesehen. 
Sterben ist für mich Heimkehr in den Raum der Liebe, aus dem ich einst geboren wurde - Heimkehr in die ewige Liebe Gottes.

 

Dieses Bewusstsein möchte ich stärken:
•    Ich falle immer in die Liebe Gottes 
•    Ich werde immer von der Liebe Gottes um- und aufgefangen

 

So kann ich in allem getrost bleiben.
…und sollte die letzte Not doch ängstigend über mich herein brechen, wird (so hoffe ich) der Klang meiner Seele nur dieses Lied singen:
•    Ich kehre heim in die Liebe Gottes, von der ich schon immer umfangen bin.

So halten mich die beiden Sätze in einer Balance von aktivem Tun und Aufmerksamkeit auf der einen, und vertrauensvollem Los- und Überlassen auf der anderen Seite. 
Die Tage sind kostbar, weil sie einmalig sind.
Die Nächte sind es ebenso, weil sie in den Himmel weisen.
…und das Leben wird zu jener Leiter, die auf der Erde fusst und in den Himmel ragt… Auf ihr steigen die Engel Gottes auf und nieder… Und oben wartet der Herr selbst mit ausgebreiteten Armen.

Vom Geist in die Wüste und vom Teufel in Versuchung geführt

In allen drei synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) lesen wir davon, wie Jesus nach seiner Taufe vom Geist in die Wüste geführt und dort vom Teufel versucht wurde. Markus ist in seiner Schilderung der Zurückhaltende, der nur die Tatsache als solches bringt, die andern beiden Evangelisten sind da sehr ausführlich im Bericht.

 

Jesus erfährt sich also in der Taufe als ‚der geliebte Sohn des Vaters‘, der Himmel über ihm steht gleichsam offen.

 

Fühlen wir uns in eine solche Sternstunde ein, dann wissen wir, wie beflügelnd solche Erfahrungen sind! Wie sehr man danach gleichsam ‚in Seligkeit badet‘.  Man könnte die Welt umarmen, Bäume ausreissen, die Sterne vom Himmel holen… oder was auch immer!

 

In dieser (möglichen) Stimmung also wird Jesus vom Geist in die Wüste geführt. WAS erwarten wir von der Führung des Geistes? - Einen Gang in die WÜSTE und dort VERSUCHUNG?! - Wohl kaum! Fast möchte man fragen, ob das nun nicht eine abgekartete Sache ist! Ein ziemlich schmutziger Deal?!
- Doch so kann es wohl kaum gemeint und beabsichtigt sein… - müssten wir sonst nicht an Gott zweifeln, gar ver-zweifeln, wenn er mit uns ein solches Spiel triebe:
•    Zunächst: geliebter Sohn - geliebte Tochter
•    dann: dem Teufel (zum Frass) vorgeworfen

 

Wie könnte beides (Führung des Geistes und Versuchung des Teufels) sonst noch zusammengehen?

 

Da ist einmal die Wüste. - Sie ist Ort der Reduktion und Kargheit par excellence, ein Zurückgeworfen-sein auf sich selbst, dem Leben und Über-leben ausgeliefert. 
Die Wüste ist ebenso der Ort von Oase und Fata Morgana - Erquickung und Täuschung.
Hier geschieht:
•    Selbstbegegnung
•    Selbsterkenntnis
•    Selbstoffenbarung
•    Selbsttäuschung

 

Hier kann sich verwurzeln und läutern, was Jesus zuvor in der Taufe als offener Himmel und Anruf erfahren hat:
Sohn Gottes zu sein.

 

Ist es nicht oft so, dass wir grad in Momenten der Euphorie den Boden unter den Füssen verlieren, uns überschätzen, irgendwie aus dem Lot kommen? Den Blick für die Realität verlieren?

 

Mit sich allein in der Wüste wird Verwiesenheit existenziell erfahren. Mit sich allein zu sein, ist nicht per se das Paradies und der Himmel auf Erden:
•    Wenn keiner mehr da ist, der mich ärgert - muss ich erfahren, dass es trotzdem Grund zum Ärgern zu geben scheint, der mich aus den Untiefen der Seelenfalten anschleicht…
•    Wenn Glück nicht mehr ans Aussen delegiert werden kann, muss es sich in denselben Untiefen der Seelenfalten verkrochen haben…


Wüste ist somit ein sehr ambivalenter Ort - ausgespannt zwischen den beiden Polen von Plus und Minus… 


Jesus hat sich selbst darin in der Mitte gefunden, somit zeigt die Versuchung deutlich, dass er in sich und im Eigentlich ruht und verankert ist - 
•    nicht auf die Schnelle Brot machen, um den leeren Magen zu füllen…
•    nicht (s)ein grosses Gottvertrauen spektakulär unter Beweise  stellen …
•    keinen Deal eingehen, um seinen eigenen Grössenwahnsinn zu befriedigen und zu füttern…

…und all dies nur, um sich zu beweisen und zu legitimieren (der Teufel wäre kaum darauf eingestiegen und hätte nur hämisch gegrinst…).

 

So gesehen, kann es auch uns passieren, dass wir uns dem Hl. Geist anvertrauen - und unversehens statt im Paradies in der Wüste landen! - Und das wäre dann DIE Chance, zum Eigentlichen und Wirklichen durchzufinden. 
So gesehen sind so genannte ‚Versuchungen‘ Lernfelder zur eigenen Reifung und Befähigung.
So gesehen, ist der Alltag jene Wüste, die bestanden werden will
und so gesehen, ist alles was mich ‚versucht‘ und ‚fordert‘ eine Art von Selbst-Prüfung:
•    was ist mir wichtig
•    worauf baue ich


Führung durch den Heiligen Geist hat viele Facetten, ebenso ‚Versuchung‘.
Es gilt daher auch zu prüfen, ist die Situation, die mich zurzeit ‚mahlt‘ eine Auf-gabe, der ich mich zu stellen habe - oder bin ich dahinein geraten, weil ich mich eben einer anstehenden Aufgabe verweigert habe?
- Wie immer die Antwort ausfallen mag, um die Kraft, das Licht und die bleibende Führung des Geistes Gottes kann ich stets bitten und beten - in der Gewissheit, dass auch ich stets geliebte Tochter, geliebter Sohn Gottes bin.

IM Anfang

Das erste Buch der Bibel beginnt mit der kurzen Feststellung:
IM Anfang schuf Gott Himmel und Erde (Gen 1, 1)

 

und das Evangelium von Johannes wird ebenfalls mit einer prägnanten Feststellung eröffnet:
IM Anfang war das Wort (Joh 1,1) 
einen Vers weiter wird dann angefügt:
IM Anfang war es bei Gott (Joh 1,2)

 

Dieses IM hat mich in diesem Jahr ‚gepackt‘. - Es heisst eben NICHT AM - sondern: IM.
Es gibt also quasi im Anfang drin noch etwas - kein davor, sondern darin - wie ein Keimling im Samen steckt, die ganze Potenz des Baumes schon anwesend!

 

Ähnliches erlebe ich beim Komponieren:
wenn das Stück, das in mir schlummerte, um das ich rang, reif ist, dann spüre ich, dass in der ersten Note schon die ganze Musik anwesend ist und klingt - es ist dieses Paradox:
im Beginnen bereits vom Anfang umschlossen zu sein!

 

Es ist für mich zugleich wie eine Verheissung, dass ich, dass wir alle mit unsern Anfängen letztendlich nicht von vorne anfangen - sondern schon umfangen sind von dem, was im Beginnen keimhaft angelegt ist.

 

Das mag auch fürs neue Jahr und Kommende Zuversicht schenken:
es kann nie ein Beginnen bei null sein - das Danach lebt immer vom Davor - auch das Neue kommt nicht aus dem Nichts, baut auf dem Vorhergehenden auf - selbst dann, wenn es sich in eine neue Richtung und Dimension hinein entwickelt.
- Denn: Neues-wollen braucht ja immer den Impuls einer Erkenntnis - und selbst wenn sie einen scheinbar aus dem (Geist erfüllten) Nichts überkommt - hat sie ihren Wurzelgrund im Bestehenden - und dann mag das Vergangene sozusagen der Humus und Kompost des Neuen sein.

 

So wünsche ich Ihnen und uns allen,
dass wir uns in unserm Beginnen vom Uranfang umfangen wissen:
von Gott der eben auch nicht vor sondern im Anfang - und somit ewig war, ist und sein wird - ohne Anfang und ohne Ende - und wir in IHM durch Teilhabe:


Mögen unsere Anfänge umfangen sein von der Ewigkeit - und darin behütet von Gott.

distanzlos

Gott ist und bleibt distanzlos - 
auch in diesem Jahr.
Er geht unter die Haut -
unter Menschenhaut -
fleischt sich ein -
wird wie Du und Ich.

 

Nicht bloss eine Zusage aus brennendem Dornbusch
‚Ich bin da‘,
Nein:
Mensch geworden,
ins Stroh unseres Alltages gelegt:


Ich bin nicht nur und einfach da -
Ich gehe alle Weg mit -
Ich kenne jeden Winkel des Lebens.
Das Menschsein mit Haut und Haar!

 

Wisse:
jeden Schmerz,
den Du kennst, hab auch ich gelitten,
jede Träne,
die Du weinst hab auch ich geweint.

 

- und bin doch geblieben -
und bleibe ewig -
und komme immer wieder.

 

Ob Du in diesem Jahr mein Klopfen besser hörst,
weil die Lieder verstummt,
die Musik leiser,
das Lachen und Plaudern weniger geworden ist?

 

Mein Geschenk
ist das Leben selbst -
das ich mit Dir teilen will.
Ich bin Dir nah -
Gott MIT Dir,
Gott FÜR Dich,
in allem pulsiert
mein Leben.

 

So wünsche ich Ihnen, dass Weihnachten zu einem lichtvollen und hoffnungsfrohen Fest werde, wo wir das Leben in seiner Nacktheit und Ungeschütztheit feiern und uns von ihm beschenken lassen. Gottes Nähe ist uns zugesagt - und die brauchen wir nötiger denn je! Da kommt Weihnachten als Angebot und Zusage Gottes grad richtig:
Eine gesegnete Festzeit - Gottes voll!

erwählt

Der offizielle Titel des Festes, das war am 8. Dezember alljährlich begehen, heisst  etwas sperrig:
Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria 

 

Manche/r reibt sich etwas verwundert die Augen, denn manch einem ist nicht ganz klar, was da eigentlich und warum gefeiert wird… Und gar schnell werden daher auch ziemlich abwegige Schlüsse gezogen - die in manchen Fällen weder etwas mit dem Festgeheimnis noch mit unserem konkreten Leben zu tun haben!
In einigen Pfarreiblättern wird daher schlicht auf ‚Erwählung Mariens‘ ausgewichen - etwas, das für ‚moderne Geister‘ wohl eher verständlich ist - und doch irgendwie ‚gar verkürzt‘ klingt...

 

Trotzdem:
Ich denke, wir sollten dem sperrigen Titel und seiner implizierten Aussage nicht ausweichen. Wenn wir darüber nachdenken, finden wir tatsächlich im ‚Kurztitel‘ den Anknüpfungspunkt zu unserem Leben:

 

Das Leben Mariens begann auf ‚natürlichem Wege‘, wie unser aller Leben. Das ist das eine. Das andere aber ist die besondere Erwählung, die schon im ersten Augenblick gegeben war: dass da ein Mensch heran reift, der nicht diesen Drall und Drang zur Sünde in sich hat, diese Verfallenheit hin zu Egoismus, Rücksichtlosigkeit, Sünde - ja, auch mit dem ‚Nein‘ zu Gott, seinem Plan und Willen.
Trotzdem ist Maria in ihrem freien Willen keineswegs ‚amputiert‘: ohne Sündverfallenheit ist sie keineswegs so ‚gottverfallen‘, dass sie blosse Marionette wäre!
Gerade das Evangelium, das an diesem Festtag verkündet wird, hebt es ins Bild und Wort:
Lk 1, 26 -38 spinnt die Geschichte der Erwählung von Anbeginn gleichsam weiter - Erwählung wird zur Aus-erwählung, Maria soll Mutter des Sohnes Gottes werden.
Und da kommt für mich das Überraschende, das Wunderbare zum Zuge:
Maria ist und bleibt eine eigenständig denkende, junge Frau, die Fragen stellt, nicht einfach und sofort Ja ruft - noch mehr:
Gott will sogar ihre freie Entscheidung!
Sie darf Fragen stellen, nachhaken, tiefer bohren. All das ist erlaubt - und schmälert ihre Hingabe keineswegs. Mariens Hingabe ist ‚trotz und mit Sündenlosigkeit‘ nicht einfach vorgespurt als Kadavergehorsam. Mariens Hingabe ist quasi ‚dialogische Hingabe‘, die verstehen will, was sie mitträgt, um es dann aus noch tieferem, selbst-bewussterem Hin-geben zu leben. Das Magnificat, das wir wenig später im selben Kapitel lesen (46ff) schlägt diese Töne des aufrechten Ganges an - und das in Demut und Bescheidenheit.

 

Wo aber liegt der Verknüpfungspunkt für uns?
Die Verknüpfung finde ich IN DER TAUFE.
Taufe ist ebenfalls Erwählung - und wenn wir sie als Baby empfangen haben - ist es Gottes Unterschrift unter einen Blankocheck - ohne unsere Vorleistung - einfach: Geschenk und Gnade.
Da beginnt die Geschichte Gottes mit uns, Seine grossen Pläne für uns - wir werden Tempel Gottes, dessen Antlitz wir schon immer trugen.
Und wir schreiben diese Geschichte aktiv mit - in Hingabe aus freiem Willen. - Die Taufe rüstet uns genauso aus, wie Maria durch die Bewahrung ausgerüstet war.
Nur… leider, leider…. leben wir ihre Offenheit auf Gott hin nicht immer. Wir verschliessen mal mehr, mal weniger unser Herz vor Gottes Willen, haben ‚bessere‘ Pläne als er, Wege, die uns angenehmer dünken… - Und Gott achtet die uns von ihm geschenkte Freiheit - und nicht nur das:
weil der Mensch, die Sehnsucht Gottes ist, baut Gott immer wieder Brücken der Liebe zur Heimkehr.

 

So können wir am 8.12. nicht nur der besonderen Erwählung Mariens gedenken, sondern uns ebenso an unsere Taufe erinnern. Dabei dürfen wir nebst allem Guten und Schönen, auch alle Um- und Irrwege in den Blick nehmen - und uns wieder voll Zuversicht in Gottes Arme werfen - der uns so sehr liebt, dass er Mensch werden wollte. - Und sich durch Maria unauslöschlich in die Geschichte der Menschen einbrannte.

 

Gott hat uns erwählt - aus diesem Bewusstsein dürfen wir unser Leben gestalten - und dieses Geschenk der Erwählung dürfen wir mit Maria am 8. Dezember in besonderer Weise dankbar feiern!

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