Spirituelles

Ich bin nicht nur Komponistin und Kirchenmusikerin, sondern zuerst und vor allem Ordensfrau.

Das Geistliche Leben in Gemeinschaft ist das GefÀss, aus dem heraus ich alles andere wirke.

Dieses Leben gibt auch meinen Kompositionen eine eigene Note, fliesst gleichsam in sie hinein.

 

Wir sind Olivetaner-Benediktinerinnen und leben im Kloster Heiligkreuz in Cham.

Informationen zu unserer Gemeinschaft finden Sie unter:

 

www.kloster-heiligkreuz.ch

(Scrollen Sie nach unten und Sie werden den einen oder anderen Àlteren Text zum Nach-lesen und Nach-denken finden.)

Haben Sie Interesse an den Texten des Jahrganges 2018: mit Klick auf den Button erhalten Sie diese im pdf zum Download:

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Texte Jahrgang 18
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Einfache Blog Erstellung

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Vorwurf

Wieder einmal bin ich ĂŒber einen Begriff gestolpert, weil ich an ihm hĂ€ngen blieb: Vorwurf.

 

Unmittelbar stellte ich mir diesen ‚Wurf‘ konkret vor: ein geschnĂŒrtes Paket von Anschuldigungen und Unverdautem, adressiert an mich, jemand anderem oder auch an UmstĂ€nde oder gar ans Wetter
 Ein geschnĂŒrtes und adressiertes Paket - fĂŒr dessen Zustellung jedoch kein Postamt sich verantwortlich fĂŒhlt.

 

VorWURF - also bleibt nichts anderes ĂŒbrig, als das geschnĂŒrte BĂŒndel werfend selbst zuzustellen - doch probieren Sie es einmal selbst aus: wie weit wird wohl so ein SchnĂŒrpaket fliegen - und wie passgenau landen
.???

 

Meist landet es an der falschen Adresse - oder einem selbst im Weg und vor den FĂŒssen! - Haben wir da nicht bildlich haarscharf den ‚Erfolg‘ von VorwĂŒrfen formuliert? - VorwĂŒrfe landen selten beim Adressaten - und stehen eher uns im Weg, als dass sie freies Ausschreiten ermöglichten. Und wenn wir doch treffen sollten, hat auch der andere keinen Gewinn davon
 - Vielleicht wĂ€re statt eines Vor-wurfes viel besser einer hinter uns. Nicht ein verdrĂ€ngendes ‚Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn‘, vielmehr ein versöhntes Verabschieden, feststellen, was war und dann das was ist, in Freiheit und kreativ gestalten.

 

Ein neuer Blickwinkel hat mir in dieser Hinsicht schon TĂŒren sprerrangelweit aufgetan:

zumeist fragen wir, wenn etwas fallierte oder auseinander brach. ‚Wer war schuld?!‘ - Eigentlich ist die Frage mĂŒssig, da sich das meist nicht eindeutig feststellen lĂ€sst, zumal es zwei zum Streiten braucht - und wenn doch einer gewann, sind zuletzt beide Verlierer
 Viel hilfreicher ist es, die Frage anders zu formulieren:

WAS hat gefehlt? - Dann kann ich vielleicht feststellen, dass es an RĂŒcksicht mangelte, an Liebe,  EinverstĂ€ndnis, an Empathie, an Einsicht, gutem Willen - oder was auch immer - und genau das kann ich versuchen, fĂŒr die Zukunft einzuĂŒben. - Dann brauche ich auch niemandem einen Vorwurf zu machen - ich kann die Argumente und Anschuldigungen in Ruhe anschauen, auch aufschreiben und nach ihrem Lernpotential abfragen - dann aber hinter mich legen oder ‚in Flammen aufgehen‘ lassen - um in einer inneren Freiheit ausschreiten zu können. In dieser Freiheit ist dann vielleicht auch ein konstruktives GesprĂ€ch möglich, wo beide im ‚Was‘ aneinander lernen.

Lauschpausen

Dass meine ‚Lauschpausen‘ dermassen fĂŒr Furore sorgen, hĂ€tte ich mir nie gedacht! Zum ersten Mal tauchen sie in der Missa poetica auf (Diese wird kommenden Mai von Davide Fior und concertoVocale uraufgefĂŒhrt).

 

Das ganze musikalische Geschehen sollte still stehen und einen Raum zum Verklingen und Einschwingen öffnen. Die ĂŒbliche Generalpause war mir irgendwie zu ‚technisch-mathematisch‘, um das zur Darstellung zu bringen, was sich hier ereignen wollte.

 

Da kam mir die Idee, die Pause unsichtbar zu machen und dafĂŒr ein Ohr einzusetzen, kombiniert mit dem Begriff ‚Lauschpause‘. - Fast jede und jeder, der die Partitur in HĂ€nden hielt, reagierte auf dieses unĂŒbliche musikalische Symbol - selbst in der Rezension in Musik & Liturgie wurde darauf hingewiesen (mit Scan und Text).

 

‚Lauschpause‘ - wĂ€re das nicht auch ein guter Wunsch fĂŒrs neue Jahr?!

 

Ja, das möchte ich Ihnen fĂŒrs 2019 wĂŒnschen:

 

  •  Lauschpausen, in denen Sie inne halten und zur Ruhe kommen können
  •  Lauschpausen, in denen das Gehörte, Erlebte, GespĂŒrte nachklingen         kann
  •  Lauschpausen, die es Ihnen ermöglichen, mit dem Geheimnis in           Schwingung zu kommen
  •  Lauschpausen, in denen sein darf, was ist
  •  Lauschpausen, die Ihnen Raum zum Ankommen und Verwurzeln bieten
  •  Lauschpausen
  

Gott beistehen

Die Überschrift mag etwas irritierend klingen!

Wer soll da wem beistehen?!

 

UnlĂ€ngst in einer Feier, wo wieder einmal fĂŒhlbare hundert FĂŒrbitten auf Gott nieder prasselten und ihn mit allen möglichen WĂŒnschen und Vorstellungen, die wir Men-schenkinder so haben, eindeckten, klingelten bei mir nicht die Alarmglocken, aber doch zumindest mĂ€chtige Fragezeichen:

 

Hat nicht auch Gott FĂŒrbitten? - In denen allerdings wir Menschen die Adressaten sind
? WĂŒrde nicht vieles von dem, was wir gleichsam an die Allmacht und das Eingreifen Gottes delegieren, zwar nicht in unserer Kraft aber doch zumindest in unseren eigenen HĂ€nden liegen? -

 

Vieles von dem, was wir so erbitten, könnte gelingen, wenn wir selbst - in der Kraft Gottes - zupacken wĂŒrden!

 

Doch auch ein zweites Fragezeichen lÀutete mir:

 

Leidet nicht Gott ebenso am Elend der Welt und der Menschen - und der eigenen Ohnmacht ob der Freiheit des Menschen? - Und wer steht Gott in seinem Schmerz bei?!

 

Wir erwarten einen ‚mitfĂŒhlenden‘ Gott - aber fĂŒhlen wir auch mit ihm?!

Wie sehr es Gott mit dem MitfĂŒhlen ernst ist, feiern wir wieder an Weihnachten, dann wenn er selbst hinuntersteigt in dieses menschliche Elend. Die Krippenidylle, wie wir sie gerne aufstellen, tĂ€uscht ĂŒber die RealitĂ€t hinweg, dass Gottes Sehnsucht nach dem Menschen keinen Wurzelplatz fand - nicht auf der Erde - nur in einem Stall und bald wieder auf der Flucht.

 

Die Seinen nahmen ihn nicht auf. (Johannes-Prolog) - Eine bittere, brutale Antwort auf eine Liebe bis zum Äussersten: gleichsam ausgespuckt vom Himmel auf die Erde - und von dort ebenso zurĂŒck zum Himmel - doch genau dieses Hinauf und Hinunter wurde zu einer BrĂŒcke, die kein Mensch mehr je wieder wird abbrechen können!

 

Es ist die Logik der Liebe, die anders rechnet - wenn sie ĂŒberhaupt rechnet! Eine nachlaufende Liebe, die den nicht fallen lĂ€sst, der sie fallen lĂ€sst. - Ein stilles Werben, das die Sehnsucht, die in jedem Herzen glĂŒht, am glimmern hĂ€lt.

 

MĂŒssten wir uns dieser Liebe nicht viel schlichter und mitfĂŒhlender öffnen? Gott beistehen, einfach ‚Gesellschaft leisten‘, im Schweigen und Hören, dass Gott seine Bitten und FĂŒrbitten in unsern Herzen deponieren und seinen Geist in unsern HĂ€nden aktivieren kann - dann werden wir durch den Beistand Gottes zu Gottes Beistand - dann können wir lebendige Evangelien sein in unserer Zeit - dann werden wir das Wort von Menschwerdung und Erlösung nicht bloss mit den Lippen verkĂŒnden - es wird selbst Fleisch werden durch uns - ja nicht nur ‚es‘ - sondern er selbst.

 

So wĂŒnsche ich uns, dass Weihnachten in uns und durch uns in der Welt Wurzeln schlĂ€gt, dass Menschwerdung nicht nur ein Fest sei sondern ein Tunwort - eine Tat.

In diesem Sinne: gnadenreiche und besinnliche Weihnachtszeit!

...und hier noch eine kleine Galerie mit Fotos vom 28.12.2018   (wenn Sie auf die einzelnen Bilder klicken, vergrössert sich die Ansicht):