Kostenlos und einfache Website Erstellung

Meine Blog erstellen

Sr. Maria-Amadea (*1969)

Meine Ausbildung zur Kirchenmusikerin B mit Schwerpunktfach Orgel erhielt ich an der DKMS in St. Gallen von

2005 bis 2007.

WĂ€hrend 2 Semstern (2015/16) belegte ich an der DKMS beim Domorganisten Willibald Guggenmos das Fach 'Liturgisches Orgelspiel und Improvisation'.

Mit verschiedenen Meister- und andern Kursen, halte ich meine Grundausbildung aktuell.

In Komposition ausgebildet wurde ich von Stephan Simeon.

 

Am 18. Dezember 2017 verstarb Stephan Simeon im Alter von 90 Jahren.

Sie finden die Todesanzeige im pdf: 


Wenn Sie nach unten scrollen finden Sie ein Foto von ihm und einen Text.

Foto: Christoph Wider /Pfarreiblatt forum Nr. 18/2018

Todesanzeige
418 KB
Todesanzeige.pdf

meine Adresse

Sr. Maria-Amadea Schonegg

Kloster Heiligkreuz

Heiligkreuzstrasse 1

CH - 6330  CHAM

 

sr.maramusa  [at]  yahoo.de

Mein Stil

Ich pflege einen eigenen Kompositionsstil, den ich chromatische Progression  nenne.

Im Vordergrund stehen der Klang und seine Entwicklung.


Da meine Werke somit einen eigenen Klangweg beschreiten, fordern sie von den AusfĂŒhrenden Offenheit fĂŒr Ungewohntes und Engagement in der Klanggestaltung.


Die Kompositionen erschliessen sich nicht von selbst - die Töne allein machen noch keine Musik!

 

Titel und Vorwort sind quasi das Richtungsschild - die Gestaltung des Weges (und somit Werkes) ist recht frei; daher finden sich in meinen Partituren wenig Interpretationsangaben oder gar -vorschriften. Das Vermerkte will mehr Tipp, denn Vorschrift sein.

 

Mein Wunsch ist es, Musik zu erschaffen, die je nach Interpretierenden neu ersteht.

Klangmalerei

UrauffĂŒhrungen fordern mich immer auch zum Überdenken heraus: Überdenken meines Stiles, meines Gestaltungswillens, meiner Aussagen, meiner FĂ€higkeit insgesamt.

 

Im Zusammenhang mit den grossARTigen UrauffĂŒhrungen mehrere Chorwerke von mir durch Davide Fior und concertoVocale (siehe ĂŒbernĂ€chste Site) machte ich mir natĂŒrlich viele Gedanken.

 

Es war ein ganz besonderes Erlebnis, Werke in dieser Dimension von 'Akteuren' (und Niveau!) 1:1 zu hören und zu erleben.

 

Was mir (ergÀnzend) zu meinem Stil bewusst wurde:

 

Ich schreibe und fĂŒhle Musik sehr stark 'horizontal': kein Register, kein Instrument soll bloss 'FĂŒllfunktion' haben, jede Linie wird entweder melodisch oder motivisch behandelt.

So geschieht der Klang (quasi die Senkrechte) aus der Horizontalen heraus ohne dass dies im Vordergrund der Absicht zu Hause ist!


Es ist ein Miteinander in EigenstÀndigkeit und nicht in Verwiesenheit. Trotzdem will es ein Zusammenklingen sein.

Das setzt voraus, dass jede*r sicher in seinem Part ist und fĂ€hig ihn eigenstĂ€ndig zu gestalten und so ins ganze einzufĂŒgen: zusammen-Klang werden.

Ich schreibe Chormusik stark textbezogen. Die Musik deutet, leuchtet aus und erhellt das Gesungene. Die verwobene Klangtheologie ist nicht nur prĂ€sent in der Chor- sondern ebenso und gleichzeitig in der Instrumentalpartitur. Vieles an musikalischem Geschehen wird fĂŒr die Interpreten vom Text her einSICHTig.

 

Klangtheologie - ist ein weiteres Wort, das mir im Vorfeld der Konzerte wichtig wurde: immer schöpfe ich aus meinem Leben als Ordensfrau, aus meinem gelebten Glauben und der damit verbundenen Überzeugung und Haltung. Dies transformiere ich in eine eigene Klangrhetorik mit eigenen Klangbildern. Überhaupt ist das Klingen fĂŒr mich das wichtigste!

 

Wer mir sagt 'Ich verstehe Ihre Musik nicht' - dem gebe ich Recht! Meine Musik ist keine Musik fĂŒr den Verstand und auch keine Musik zum Verstehen - es ist Musik, die gefĂŒhlt und erlebt werden will! Wer die intellektuelle Distanz zum Erklingenden aufgibt und sich von der GefĂŒhlsebene her öffnet, kann klingende Erfahrung erleben. 

 

Ich denke in meinem Stil nicht in Tonarten sondern in Farbe und Emotion, entsprechend wandelt sich in der Chormusik diese Ebene je nach Text. Wer sich in der Vorzeichnung auf das 'Ablaufen' einer Tonart verlĂ€sst und in der Wandlung der Tonart auf die Regeln der Modulation... wird sich ĂŒber manches musikalische Geschehen und ent-wickeln wundern....


Es ist ein Fliessen, Werden, Vergehen, ein Aufleuchten und Versickern... eine stÀndige Bewegung von Farbe und Emotion - eine KLANGMALEREI. Man muss sich ganz in die eigene Melodie hinein geben - ein Vorausschauen ohne 'schon-wissen' und 'bestimmtes-erwarten'.

 

Von daher sind es Werke, die sich sowohl den Hörenden, als auch den Interpretierenden in der Wiederholung immer tiefer und neuer aufschlĂŒsseln. Meine Musik will berĂŒhren und mit den Herzen in Resonanz gehen. - Es war fĂŒr mich schön, dieses Resonnieren im Konzert vom WE 18./19. Mai erlebt zu haben - und dies nicht nur bei mir!

 


Besetzungen

Werke von mir gibt es in unterschiedlicher Besetzung:

Orgel

Orgel plus

Kammermusik/Ensemble

Chor (a capella oder begleitet)

Orgel plus

Die meisten 'Plus-Spielenden' sind sich gewohnt, einen exponierten, eben solistischen Part zugewiesen zu bekommen, der von der Orgel oder dem Ensemble getragen wird. - Meine Werke aus diesem Genre 'funktionieren' anders!

Alle beteiligten Instrumentalisten sind interagierende Teamplayer, die KlÀnge verweben sich, die Stimmen sind aufeinander verwiesen und angewiesen und erst in diesem Miteinander geschieht Klanggestalt und Klanggeschichte. Und erst in diesem Miteinander wird die Komposition als Ganzes zur Musik.

Mein Kompositionslehrer

FĂŒr mich war es ein besonderes Geschenk, von Stephan Simeon in Komposition unterrichtet worden zu sein. Die Begegnungen mit ihm bereicherten mich nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich.  Er strahlte WĂ€rme und GĂŒte aus und lebte diese auch im Unterrichten. Immer ging er als erstes auf das Positive ein. Kritisieren war nicht seine Sache! Und wenn ihm doch etwas nicht so gefiel, sprach er es behutsam-fragend an. Ich erinnere mich gar, dass er nach einer Stunde mit kritischen Tönen mir postwendend eine Karte schrieb, um sich zu entschuldigen. Und er bat, dass ich doch noch andere Meinungen einholen solle, weil es auch ganz anders bewertet werden könne! - Er war ‚ein Grosser‘ in einer unglaublichen Bescheidenheit.

Viele seiner 'LehrsÀtze' haften in meiner Seele und geben mir Orientierung, sind mir gleichsam 'kompositorische GelÀnder'.

Wichtig war ihm, dass ich meine eigene Tonsprache und meinen persönlichen Stil fand, jenseits von Funktion und TonalitĂ€t und trotzdem ‚klangschön‘. Darin förderte er mich. Im Vorgegebenen sollte ich das Eigene realisieren. Konsequent und doch behutsam schubste er mich ĂŒber den Tellerrand der TonalitĂ€t hinaus -  immer in der Freiheit, den persönlich-relevanten Stil zu finden. Er fĂŒhrte mich in atonales Harmonisieren ein, in 12-Ton- und Reihentechnik, aber auch in strengen Satz. 

FĂŒr ihn war Komponieren Berufung und ErfĂŒllung. Musik soll aus dem Innersten kommen und dafĂŒr muss man ihr Raum geben. Er machte Mut zu ‚Trockenzeiten‘, die es braucht, dass Musik reifen kann. Er warnte vor ‚Vielschreiberei‘, die bloss Töne aneinander reiht und der es  an Aussage und Tiefe fehlte. Er selbst ging verantwortungsvoll mit seiner Gabe um. Und ich denke, dass er gerade deswegen auch Bleibendes schuf - obwohl noch manches erst entdeckt werden muss!

Die vielen Menschen und WeggefĂ€hrten, die am 9. Januar 2018 an die Verabschiedungsfeier nach Schongau fuhren, bezeugten so ihre WertschĂ€tzung und Dankbarkeit fĂŒr einen Menschen, der Spuren in der Musik und in den Herzen hinterliess.